Nerds in Gruppen

Es war mal wieder so weit, das Gildentreffen. Es war im großen und ganzen sehr schön, wenn ich es schaffe werde ich noch etwas ausführlicher berichten, solange verweise ich an dieser stelle auf Ganons  ersten Blog Post, sowie auf das Forum wo erste Fotos zu finden sind.

Das schlimmste für mich war definitiv der gestrige Tag weil es halt der Abschiedstag war und ich knappe 2,5h alleine nach Haus unterwegs war. Da hat mich doch eine recht depressive Stimmung erwischt, zum Teil ging das ganze sogar schon ins morbide . Beim Auto fahren hat man halt Zeit zum Nachdenken, allerdings hat die Stimmung fast den ganzen Restlichen Tag Angehalten. Passender Soundtrack an dieser Stelle ist Fanta 4 mit Danke sowie Madsen – Mein Herz bleibt hier. Lustigerweise hat der Herr H der sich gerade in Amerika befindet ganz ähnliche Gefühle beschrieben und das ganze als Heimweh beschrieben. An sich versteht man unter dem Begriff zwar etwas ganz anderes trotzdem ist er definitiv passend. Wenn man die quasi die ganze Zeit von Leuten umgeben ist die einem auch etwas bedeutet und dann kommt der Abschied in die Einsamkeit der Realität. Dann hat man durchaus Heimweh nach der Geborgenheit der Gruppe die man in den Vergangenen Tagen hatte.

Womit ich sonst die größten Problem hatte war denke ich der doch raue Umgangston. Der ist keine Seltenheit bei solchen Veranstaltungen und Online eigentlich sehr oft anzutreffen trotzdem denke ich hätten sich alle den ein oder anderen Spruch vermutlich sparen können, mich selbst nehm ich da nicht mal aus. Auch ich bin vermutlich mal wieder an der ein oder anderen Stelle über die Stränge geschlagen, obwohl ich mich hoffentlich gebessert habe, früher war das glaube ich deutlich extremer bei mir. Allerdings war ich diesmal auch nicht so sehr der Fokus der Aufmerksamkeit und dementsprechend auch Sprüche. Selbige Person hatte darunter dann auch zu leiden, zu mindestens war das mein Eindruck. Das Problem dürfte sein das unter der harten Schale der weiche Kern liegt., den muss man verteidigen. Dazu kommt dann noch das so etwas wie ein GT für alle beteiligten was besonderes ist. Man ist viel mit denselben Personen über längere Zeit auf begrenztem Raum, kennt diese aber nicht so wie man seine sonstige Freunde aus dem Real-Life kennt, kann sie also schwerer einschätzen fühlt sich aber oft auch nicht ganz so wohl in ihrer Umgebung. Zusätzlich ist man oft noch etwas unsicher, hat einen Ruf zu verteidigen, ist gestresst oder genervt oder hat ähnliche Gründe das alles unter der harten Schale zu verstecken oder zu verdecken. Dadurch das meistens alle irgendwie beteiligt sind schaukelt man sich dann auch noch gegenseitig hoch.

Problematisch wird es dann wenn das ganze so weit geht das sich einer verletzt fühlt. Wenn man selbst beteiligt ist glaubt man manchmal gar nicht wie schnell man jemanden verletzen kann, meist vollkommen Unbewusst zum Teil unbemerkt und  ohne böse Absicht. Dann ist es Wichtig das sich der, der Verletzt wurde sich an den der ihn Verletzt hat wendet und darauf hinweist das gerade eine Grenze überschritten wurde. Wenn man das nicht macht, macht der andere vielleicht weiter, ihm ist ja nicht Bewusst das er damit jemanden verletzt. Man selbst fühlt sich dadurch aber um so mehr verletzt, ist dementsprechend schlecht drauf und frisst vielleicht etwas in sich hinein was eine vorher gute Freundschaft auf Dauer nachhaltig schädigen kann. Der Verletzende hatte ja auch keine Möglichkeit sich zu entschuldigen. Deswegen, wenn was nicht schmeckt: Direkt bei der Person melden die einen Verletzt hat und am besten unter 4 Augen klären.

Damit mir das nicht passiert werde ich weiter versuchen Sprache, Mimik, Gestik und Verhalten zu deuten. Das ist ja etwas was eigentlich immer nützlich ist, aber deutlich schwerer als man denkt. So wurde auf Nachfrage einen Ausdruck, den ich am ehesten mit Überrascht/Fragend/Verwirrt(?) allerdings mit einer auf jeden Fall positiven Grundeinstellung gedeutet hätte, mir als „das ist wenn ich Angst vor dir habe“ beschrieben. Nicht nur in Anbetracht der Tatsache das ich den Blick relativ häufig zu sehen bekommen habe ein schlechtes Zeichen. Aber so habe ich gelernt das man sich nie zu sicher sein sollte das man das Verhalten des Gegenüber korrekt gedeutet hat. Ich werde probieren das ganze auch an anderer Stelle wie im GoGo zu beherzigen, sofern ich das nicht eh schon tue. Aber vielleicht lag ich ja auch nur diesmal so falsch? Zu mindestens manchmal hatte ich doch das richtige Gespür, es wäre wohl auch schlimm wenn nicht.  Aber das Zwischenmenschliche Verhalten ist doch noch deutlich komplizierter als ich dachte.

Ansonsten werde ich probieren meinen Rat von weiter oben im Text zu beherzigen und mir überlegen was ich von „Nein Sand, Nein“ halte. Ich bin mir noch nicht wirklich sicher ob und wie Tief mich das ganze wirklich getroffen hat. Hab ich es doch selbst durch meine Art und mein Handeln zu verantworten, geh ich den Leuten wirklich manchmal so auf den Senkel? Oder ist es vielleicht doch nur ein Spruch der etwas zu weit ging, was ja nicht ausschließt das ich am Anfang vielleicht irgendwo (vielleicht auch absichtlich)ein bestimmtes Verhalten von mir steht.  Ich bin mir noch nicht wirklich sicher was ich davon halten sollte, so Tief getroffen hat es mich nicht allerdings stimmt es auch nicht würde ich behaupten es würde mir nichts ausmachen. Mindestens eine Nacht werde ich noch drüber schlafen und dann sehen wir mal weiter. Dann komme ich hoffentlich dazu auch noch mehr zu schreiben, übers GT, Berlin und was sonst noch so alles in der Werkbank liegt.


Gegen das Heimweh hat bei mir dann übrigens Musik geholfen. Gute Musik ist immer eine gute Sache, und wenn man dazu beim Spühlen Tanzt sieht das von draußen vielleicht doof ist, das ist mir aber egal solange es doch einigermaßen gut gegen schlechte Laune wirkt. Tanz&Musik ist angesagt! Ich berichte das nächste mal ob ich nun bei jedem Down durch die Küche Tanze, oder zu mindestens schon eine Playlist mit passender Musik hab.


Update: Ich hatte noch ein Gespräch mit „dem Blick“ anscheinend war meine Einschätzung gar nicht so schlecht aber diese Verunsicherung löst in der Person Angst aus vor dem was da noch kommen könnte. Dafür hab ich das ein oder andere noch falsch aufgefasst weswegen es dann auch etwas zu viele Fotos geworden sind. Also versuchen wir uns das nächste mal zu  besser. Bleibt ja nicht aus das es immer was zu tun gibt, gerade an sich selbst 🙂

Außerdem hat Ganon Teil 2 seines Reports veröffentlicht und da ich nicht weiß ob ich noch dazu komme mehr übers Gildentreffen zu schreiben erwähne ich es hier.